Sprache wählen

Kohlenmonoxid nach Grillen in Wohnung

Fünf Menschen in Dresden-Prohlis behandelt – Feuerwehr warnt vor Holzkohlegrills in geschlossenen Räumen

Von Blaulichtreport
Kohlenmonoxid nach Grillen in Wohnung
Fiktives KI-SymbolbildKI-generiert · Herausgeber: Hessen App GmbH

Bei einem Einsatz in Dresden-Prohlis sind am 12. April 2026 fünf Personen nach dem mutmaßlichen Betrieb eines Holzkohlegrills in einer Wohnung wegen einer Kohlenmonoxidvergiftung behandelt worden. Feuerwehr und Rettungsdienst wurden am späten Abend zur Senftenberger Straße alarmiert, nachdem es im Rahmen eines Familiengrillens zu gesundheitlichen Problemen gekommen war.

Einsatz in der Senftenberger Straße

Schon auf der Anfahrt erhielten die Einsatzkräfte über die Integrierte Regionalleitstelle den Hinweis, dass in einer Wohnung im Zusammenhang mit dem Grillen Beschwerden aufgetreten waren. Nach ersten Erkenntnissen wurde ein Holzkohlegrill in einem Innenraum betrieben. Mehrere Personen klagten daraufhin über Symptome, die auf eine Kohlenmonoxidvergiftung hindeuteten.

Vor Ort trafen der Einsatzleitdienst und der Rettungsdienst auf fünf betroffene Personen: drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 19 und 44 Jahren. Bei allen wurden Messungen mit einem speziellen CO-Messgerät durchgeführt. Dabei stellten die Einsatzkräfte erhöhte Kohlenmonoxidwerte fest.

Medizinische Versorgung und Transport in Kliniken

Auf Grundlage der medizinischen Einschätzung des Notarztes wurden alle fünf Betroffenen zur weiteren Behandlung und Abklärung in Krankenhäuser transportiert. Um den Abtransport zügig organisieren zu können, wurden zusätzliche Rettungswagen nachgefordert. Die Verteilung auf geeignete Kliniken erfolgte durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst.

Im Einsatz waren insgesamt 10 Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswachen Striesen und Altstadt sowie der Rettungswache Reick.

Was Kohlenmonoxid so gefährlich macht

Die Feuerwehr weist im Zusammenhang mit dem Einsatz erneut auf die besondere Gefährlichkeit von Kohlenmonoxid hin. Das Gas ist farb-, geruch- und geschmacklos und für Menschen nicht wahrnehmbar. Es entsteht immer dann, wenn kohlenstoffhaltige Stoffe unvollständig verbrennen. Dazu zählen unter anderem Grills, Kaminöfen, Gasthermen, Heizgeräte oder auch laufende Motoren in Garagen.

Besonders riskant ist der Betrieb solcher Geräte in Innenräumen oder schlecht belüfteten Bereichen. Kohlenmonoxid bindet sich im Blut an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und zwar deutlich stärker als Sauerstoff. Dadurch wird der Sauerstofftransport im Körper blockiert. Die Folge ist eine innere Erstickung, bei der Organe und Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Besonders betroffen sind Gehirn und Herz.

Symptome treten oft verzögert auf

Schon bei vergleichsweise geringen Konzentrationen kann es zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit kommen. Bei steigender Belastung drohen Bewusstlosigkeit und lebensbedrohliche Zustände. Tückisch ist dabei, dass Beschwerden häufig zeitverzögert auftreten und nicht unmittelbar mit der Ursache in Verbindung gebracht werden.

Die Feuerwehr warnt deshalb ausdrücklich davor, Holzkohlegrills oder andere offene Feuerstellen in geschlossenen Räumen zu betreiben. Nach Angaben der Einsatzkräfte besteht dabei akute Lebensgefahr.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: