Ältere Herren erwecken Schiebock zum Leben
Im Seniorenwohnhaus Bischofswerda restauriert ein Team den historischen Marktkarren und wird als „Schiebock des Jahres 2024“ ausgezeichnet

Im Seniorenwohnhaus „Am Belmsdorfer Berg“ in Bischofswerda wurde mit großem Engagement ein Stück Stadtgeschichte restauriert: Ein alter „Schiebock“, der einrädrige Marktkarren und namensgebendes Symbol der Stadt, erstrahlt dank der Männerwerkstatt des Hauses in neuem Glanz. Für ihren Einsatz wurden die Initiatoren jetzt als „Schiebock des Jahres 2024“ ausgezeichnet.
Handwerkliches Engagement mit Tradition
Viele Stunden verbrachten die Mitstreiter der Männerwerkstatt, die sich einmal wöchentlich treffen, mit der Restaurierung des historischen Gefährts. Zwischen 60 und 85 Jahre alt sind die bis zu zwölf Herren, die mit handwerklichem Geschick immer wieder das Umfeld des Seniorenwohnhauses verschönern. Von der ersten Wetterstation, über Insektenhotel, Nistkästen, Schwibbögen, Pyramide bis hin zum Vogelhaus im bayrischen Landhausstil – die Liste der Projekte ist vielfältig.
Nun ist der Schiebock nicht nur technisch wiederhergestellt, sondern auch optisch ein Highlight: bepflanzt auf dem Außengelände des Hauses. Bewohner und Gäste können sich gleichermaßen daran erfreuen.
Die Bedeutung des Schiebocks für Bischofswerda
Die Arbeitsgruppe Tourismus und Kultur, vertreten durch Andreas Mikus und Silvia Berger, setzt sich seit der Zukunftswerkstatt 2016 für die Stärkung des Schiebocks als Markensymbol ein. Anlässlich der 790-Jahr-Feier Bischofswerdas wurden erstmals originelle Schieböcke gesucht – heute gibt es über 30 verschiedene Exponate im Stadtgebiet. Sie sind an vielerlei Orten zu entdecken, teils sogar eher durch Zufall.
Auszeichnung und Kreativität
Seit 2019 wird alljährlich ein Schiebock-Exponat prämiert. Zu den bisherigen Besonderheiten zählen ein Zunftzeichen an der Stadt-Apotheke, großflächige Hausnummern-Malereien oder eine Info-Tafel in Schönbrunn. Im vergangenen Jahr stand das inklusive Theaterstück „Des Schiebocks gestohlene Träume“ im Fokus der Ehrung.
Engagement für die Zukunft
Kreative, die eigene Ideen zum Schiebock-Projekt umsetzen möchten, werden gebeten, sich frühzeitig an Madlen Raupach vom Stadtmarketing zu wenden. Dort erhalten sie hilfreiche Tipps, unter anderem für die Aufstellung von Schieböcken im öffentlichen Raum.
Dank und Würdigung
Als Anerkennung erhielten die Schiebock-Restauratoren unter anderem einen Gutschein für einen Schmiedenachmittag in der Kreativwerkstatt des Netzwerks für Kinder- und Jugendarbeit – ein symbolisches Dankeschön für das tatkräftige Engagement.
Die restaurierten Schieböcke stehen als Sinnbild für Gemeinschaft, Handwerkstradition und Kreativität – Werte, die in Bischofswerda von Generation zu Generation weitergegeben werden.
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