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59,5 Millionen Euro für Leipziger Naturkundemuseum

Sanierung am Oktagon fördert Strukturwandel und schafft modernen Erlebnisort im Stadtzentrum

Von Redaktion Leipzig

Das denkmalgeschützte Oktagon auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig verwandelt sich: Seit über einem Jahr laufen dort umfangreiche Sanierungsarbeiten, um das neue Naturkundemuseum für die Stadt zu realisieren. Mit einem bedeutenden finanziellen Impuls wurde nun ein weiterer Meilenstein erreicht: Staatssekretär Sören Trillenberg überreichte der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke einen Fördermittelbescheid über 59,5 Millionen Euro. Diese Mittel entspringen dem Investitionsgesetz Kohleregionen und sichern das ehrgeizige Bauvorhaben ab.

Sanierung im Herzen der Stadt: Ein modernes Museum entsteht

Im Zentrum der Sanierungsmaßnahmen steht das denkmalgeschützte Oktagon, das ab den 1920er-Jahren als Umspannwerk und Akkumulatorenhalle genutzt wurde und in den 1980ern zum Bowlingtreff umgebaut wurde. Künftig werden unterhalb dieses historischen Bauwerks die viergeschossige Westhalle und die eingeschossige Osthalle so umgestaltet, dass sie Raum für Dauer- und Wechselausstellungen bieten. Im Oktagon selbst sind das Empfangsportal, das Atrium und Verwaltungsräume geplant.

Eines der spektakulären Merkmale des Projekts ist der Ausbau der Westhalle nach oben, unterstützt durch eine schräge, gewölbte oberirdische Dachkonstruktion, sowie der Bau einer schachtartigen Öffnung an der Westseite. Diese Veränderungen schaffen einen Außenraumbezug und sorgen für natürlichen Lichteinfall. Die Dimensionen sind beeindruckend: Die Fläche erstreckt sich etwa 135 Meter breit über vier Etagen und reicht mehr als 15 Meter in die Tiefe. Die neue Ausstellungsfläche wird rund 3.500 Quadratmeter umfassen, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 800 Quadratmetern des Altbaus. Insgesamt wird das Gebäude inklusive Nebenflächen und Büros über 8.000 Quadratmeter groß sein.

Strukturwandel und kulturelles Erbe

Das Projekt symbolisiert mehr als nur eine bauliche Erneuerung. Staatssekretär Sören Trillenberg betont: „Mit der Sanierung dieses bedeutenden Denkmals der Architektur- und Technikgeschichte investieren wir in den Erhalt unseres kulturellen Erbes und in die Zukunft unserer Region. Unter anderem auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz entsteht ein moderner Innovationshub, der Wissenschaft und Bildung in Sachsen stärkt. Dieser Ort wird nicht nur den Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft fördern, sondern auch dazu beitragen, MINT-Fächer in Schulen und Universitäten weiter zu stärken. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Mitteldeutschen Revier und schaffen neue Perspektiven für die kommenden Generationen.“

Dr. Skadi Jennicke hebt die Bedeutung für Leipzig hervor: „Mit dem neuen Naturkundemuseum am Bowlingtreff investieren wir gemeinsam mit dem Freistaat in die Zukunft unserer Stadt. Mitten im Stadtzentrum schaffen wir einen offenen Erlebnis- und Bildungsort, der Menschen aller Generationen für Natur und Wissenschaft begeistert. Dafür danke ich der Ministerin, dem Ministerpräsidenten und der gesamten Landesregierung, die dieses Projekt trotz der herausfordernden finanziellen Situation verlässlich unterstützen.“

Museumsdirektor Prof. Dr. Ronny Maik Leder ergänzt: „Im Namen des gesamten Teams darf ich meine große Freude über den Besuch des Staatssekretärs zum Ausdruck bringen. Es ist ein starkes Signal des Freistaates seiner Unterstützung und ein klares Bekenntnis, um der seit über einem Jahr in Hochtouren laufenden Baustelle auch die nötige finanzielle Sicherheit für die erfolgreiche Fertigstellung zu geben. Die Arbeiten gehen gut voran, denn Mitte des Jahres werden großangelegte Medienumverlegungen auf dem Platz vollzogen sein, sodass der eigentlichen Hauptbaumaßnahme das Feld überlassen wird. Die Rolle des Naturkundemuseums als Keimzelle naturwissenschaftlich begründeter Innovation und technologischen Fortschritts in Sachsen wird damit bestätigt und deutlich gemacht, dass vor allem dieses Wirken eine wichtige Prämisse des erfolgreichen Strukturwandels ist.“

Die Rolle des Naturkundemuseums

Mit über hundertjähriger Tradition und jährlich etwa 90.000 Besuchenden ist das Naturkundemuseum eine zentrale Institution naturwissenschaftlicher Bildung in Leipzig. Es dient als Archiv der

und bewahrt wissenschaftshistorische Schätze – ein Ort, an dem Flora, Fauna, Geologie und Archäologie gesammelt, erforscht und an kommende Generationen weitergegeben werden.

Der Ausbau zur neuen Keimzelle für Innovation und Bildung stärkt nicht nur die Wissenschaftslandschaft der Stadt, sondern setzt auch Maßstäbe für die Verbindung von Tradition und modernster Museumsarchitektur im urbanen Raum.

Weitere Entwicklung und Perspektiven

Bereits im November 2024 erhielt Leipzig eine Förderung über 15,4 Millionen Euro, die bauvorbereitende Maßnahmen wie die Entkernung des Altgebäudes ermöglichte – finanziert aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen. Mit dem aktuellen Förderbescheid ist nun die Basis für die umfassende Neugestaltung gelegt.

Die anstehenden Hauptbaumaßnahmen versprechen nicht nur eine bauliche Transformation, sondern auch einen Impuls für das Selbstverständnis der Stadt als Wissenschaftsstandort. Für viele Bürgerinnen und Bürger bleibt die weitere Entwicklung mit Spannung begleitet.

Informationen zum neuen Naturkundemuseum Leipzighttp://www.leipzig.de/neubau-naturkundemuseum

Mehr zum Investitionsgesetz Kohleregionen und zur Strukturentwicklunghttp://www.strukturentwicklung.sachsen.de

Die Sanierung des Naturkundemuseums am Wilhelm-Leuschner-Platz steht exemplarisch für den erfolgreichen Schulterschluss von Tradition, Innovation und nachhaltigem Strukturwandel. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie dieses neue „Place to be“ im Leipziger Stadtzentrum angenommen wird – und welche Impulse es für Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft setzt.

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