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Architektur im Film: Ein Blick auf Berliner Brutalismus

Leipzig zeigt Dokumentation über den Umbruch des „Robin Hood Gardens“ und gesellschaftliche Aspekte des Bauens

Von Redaktion Leipzig

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Die Veranstaltungsreihe „Architektur im Film“ widmet sich im April einem international beachteten Thema: Am Dienstag, den 8. April, präsentieren Leipziger Dokumentarfilmer ihre zweite Produktion, die sich intensiv mit dem architektonisch und gesellschaftlich kontrovers diskutierten Brutalismus auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Londoner Sozialwohnkomplex „Robin Hood Gardens“ – ein bedeutendes Beispiel für den sogenannten „Neuen Brutalismus“.

Robin Hood Gardens: Zwischen Architekturutopie und Realität

Der 1972 im Osten Londons errichtete Komplex „Robin Hood Gardens“ war das Werk des Architektenpaars Alison und Peter Smithson. Ihr Ziel war es, einen Gegenentwurf zu den häufig als anonym empfundenen Hochhaustürmen und Wohnsilos zu schaffen, die in vielen Metropolen das Wohnbild prägten. Die beiden setzten daher auf zwei langgestreckte Gebäuderiegel, die um einen großzügigen Park gruppiert und durch eine Lärmschutzmauer vor dem Straßenverkehr geschützt waren. Mit Laubengängen als Gemeinschaftszonen wollten sie neue Formen des Zusammenlebens ermöglichen.

Doch die Idee, durch Architektur bessere soziale Bedingungen zu schaffen, blieb in der Realität umstritten. Vandalisierung, die Überbelegung der 214 Wohnungen und die nicht immer wie erhofft genutzten „Wohngärten“ führten zu Problemen, die letztlich zum Scheitern dieses Modells beitrugen. 2017 wurde der Komplex im Zuge der Stadtentwicklung abgerissen.

Filmvorführung und Rahmenprogramm in Leipzig

Die Präsentation des Films „Robin Hood Gardens“ findet in der Stadtbibliothek Leipzig am Wilhelm-Leuschner-Platz statt. Das Begleitprogramm startet bereits um 18 Uhr mit einem Vortrag über die „Andreasgärten“ in Erfurt. In diesem Projekt wurden ehemalige Kasernen der Nationalen Volksarmee von den Büros Dorschner Kahl und Heine Mildner Architekten in ein Mehrgenerationenhaus umgebaut. Dieses Konzept gewann 2024 den BDA-Preis Thüringen und thematisiert soziale Utopien ähnlich wie das Londoner Vorbild.

Im Anschluss, ab 19 Uhr, wird die Dokumentation „Robin Hood Gardens“ aus dem Jahr 2022 gezeigt. Sie bietet nicht nur eine kritische Analyse der Siedlung, sondern wirft auch grundsätzliche Fragen über die Rolle von Architektur in der Stadtentwicklung auf.

Architektur im Fokus: Die Veranstaltungsreihe

„Architektur im Film“ ist eine Kooperation des Zentrums für Baukultur Sachsen (ZfBK) und der Stadt Leipzig. Monatlich werden Filme präsentiert, die das Thema Architektur in den Mittelpunkt stellen – von dokumentarischen Porträts bis zu Spielfilmklassikern. Ziel ist es, aktuelle und historische Debatten für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Der Eintritt ist dabei stets frei.

  • Aktueller Termin: 8. April 2025, 18 Uhr in der Stadtbibliothek Leipzig, Saal „Huldreich Groß“.
  • Vortrag: „Andreasgärten“ in Erfurt, ausgezeichnet mit dem BDA-Preis 2024.
  • Filmstart: ab 19 Uhr, Dokumentation „Robin Hood Gardens“.
  • Nächster Termin: 6. Mai, 18 Uhr, Stadtbüro am Burgplatz, mit dem Film „Berlin-Prenzlauer Berg“ von Petra Tschörtner.
  • Weitere Informationen und Service

    Wer sich intensiver mit der Architektur und ihren gesellschaftlichen Dimensionen auseinandersetzen möchte, findet regelmäßig neue Impulse in dieser Filmreihe. Die Veranstaltungen laden dazu ein, architektonische Konzepte und deren gesellschaftlichen Einfluss kritisch zu diskutieren.

    Die Leipziger Dokumentation zu den „Robin Hood Gardens“ eröffnet damit nicht nur einen Blick auf ein berühmtes Kapitel der Londoner Stadtgeschichte, sondern regt auch zu wichtigen Debatten über das Bauen und Leben in unseren Städten an.

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