Leipzig feiert jüdische Kultur 2026
Über 80 Veranstaltungen von Konzerten bis Hip Hop im sachsenweiten Themenjahr „Tacheles. jüdische Kultur Sachsen“
Leipzig stellt 2026 jüdische Kultur in den Fokus: Unter dem Motto „Tacheles. jüdische Kultur Sachsen“ nimmt die Stadt am sachsenweiten Themenjahr teil und setzt damit ein starkes Zeichen für kulturelle Vielfalt und jüdisches Leben. Mehr als 80 Veranstaltungen sind in über 20 Kulturinstitutionen und Vereinen vorgesehen – ein Programm, das das gesamte Jahr 2026 zahlreiche Höhepunkte und Begegnungen verspricht.
Vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit musikalischen und literarischen Schwerpunkten
Das Spektrum der geplanten Aktivitäten reicht von eindrucksvollen Konzerten im traditionsreichen Gewandhaus – darunter Werke von Paul Ben-Haim und Felix Mendelssohn Bartholdy – bis hin zu Lesungen und Ausstellungen im Rahmen des bekannten Lesefestivals „Leipzig liest“ sowie der städtischen Jüdischen Woche „Schalom“. Weitere Programmpunkte tauchen in unterschiedlichsten künstlerischen Genres auf und spiegeln die facettenreiche jüdische Kultur wider.
Stimmen aus Stadt und Gemeinde: Engagement für Vielfalt
Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke äußert sich erfreut über die breite Unterstützung: „Von Gewandhaus und Oper, über städtische Museen bis hin zum Conne Island und der Schaubühne Lindenfels – ich bin dankbar, zu sehen, dass das Thema so viele Initiativen mit Ideen einbringen. Jüdisches Leben und Kultur gehören dazu. Leipzig blickt auf eine fast 800-jährige jüdische Geschichte zurück. Heute beheimatet Leipzig – außerhalb Berlins – die größte jüdische Gemeinde Ostdeutschlands. Die Offenheit und Vielfalt der Stadt werden wir im Tacheles-Jahr erleben können. Dazu lade ich alle herzlich ein.“
Kü Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig und langjähriger Leiter des Ariowitsch-Hauses, betont: „Wir freuen uns, dass jüdische Kultur trotz tragischer Unterbrechungen in unserer Alltagskultur und Kunst weiterlebt. Auseinandersetzungen mit ihren Darstellungen sind immer interessant und berührend. Der sächsische Akzent gibt ihr die besondere Farbe. Wir sind stolz, ein Teil dieser vielfältigen Erscheinung zu sein.“
Dr. Nora Pester, Verlegerin des Hentrich Verlags und Sprecherin von „Tacheles. jüdische Kultur Sachsen“, hebt hervor: „Die Beteiligung von Leipziger Akteurinnen und Akteuren am sachsenweiten 'Jahr jüdischer Kultur 2026' ist überdurchschnittlich hoch. Dies ist Ausdruck einer vielfältigen Geschichte, aber auch einer lebendigen jüdischen Gegenwart. Angesichts auch für den Kulturbetrieb herausfordernder Zeiten ist die Vielzahl und das große Spektrum jüdischer Kulturprojekte in der Stadt besonders bemerkenswert.“
Moderne jüdische Perspektiven und innovative Formate
Das Programm integriert explizit zeitgenössische jüdische Sichtweisen: Performances wie „Ich“ von Lulu Obermayer & Rachel Troy in der Schaubühne Lindenfels, sephardische Musik mit der Gruppe Herje Mine, sowie kulturelle Ausdrucksformen wie Rave, Wave und Hip Hop im Conne Island stehen für ein lebendiges Miteinander von Tradition und Moderne. Die künstlerische Performance „Fish Good“ von Yoav Schutzer und Nave Knafo widmet sich zudem dem jüdischen Sederabend, dem Auftakt des Pessach-Festes.
Ausstellungen und Konzerte in Museen und auf Bühnen
Städtische Museen präsentieren Ausstellungen wie „Fred Stein. Fotografien aus Exil“ oder das „Fotoarchiv Mittelmann“ und begeben sich auf Spurensuche jüdischer Geschichte in ihren Sammlungen. Das Theater der Jungen Welt trägt mit dem Puppentheater „Glücksding“ zur Programmvielfalt bei, während der Synagogalchor und das Akademische Orchester „Avodat Shabbat“ Werke von Herman Berlinski in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs uraufführen. Auch die Partnerstadt Thessaloniki steht im Zentrum thematischer Präsentationen.
Über das Themenjahr „Tacheles“ – mehr als 365 Veranstaltungen in Sachsen
Der Freistaat Sachsen ruft das Themenjahr „Tacheles“ unter dem Motto „jüdisch. Sächsisch. Mentshlich.“ aus – ein Jahrhundert nach Gründung des ersten Landesverbands der jüdischen Gemeinden. Ziel ist es, jüdisches Leben in seiner historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung sichtbar zu machen. Landesweit sind vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026 über 365 Veranstaltungen geplant.
Offizielle Website zum Themenjahr Tacheleshttps://tacheles.sachsen.de/
Ort und Termin der Eröffnung
Mit seinem facettenreichen Programm lädt Leipzig alle Bewohner und Gäste ein, jüdische Kultur auf neue Weise zu entdecken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Jahr 2026 verspricht damit nicht nur spannende kulturelle Begegnungen, sondern auch nachhaltige Impulse für Offenheit, Vielfalt und Verständnis in der Stadt und darüber hinaus.
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