Leipzig gedenkt der NS-Opfer am 27. Januar
Vielfältige Veranstaltungen und Ausstellung erinnern an das Leid von Sinti, Roma und weiteren NS-Opfern
Am 27. Januar 2026 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 81. Mal – ein Anlass, der weltweit als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen wird. Die Stadt Leipzig nimmt dieses Datum zum Anlass, mit mehreren Veranstaltungen an die Verbrechen des NS-Regimes zu erinnern und der Opfer zu gedenken.
Erinnern am „Geschlagenen“: Start der Gedenkveranstaltungen
Die erste Gedenkveranstaltung beginnt um 17 Uhr am Denkmal „Geschlagener“ nahe dem Schwanenteich. Oberbürgermeister Burkhard Jung wird die Gäste begrüßen. Einen besonderen Beitrag leisten Gjulner Sejdi, Vorsitzender von Romano Sumnal e.V., und David Herl, ein junges Vereinsmitglied. Gemeinsam widmen sie sich den Schicksalen der aus Leipzig deportierten und ermordeten Sinti und Roma. Für musikalische Begleitung sorgen Rodrigo Ruiz Alvarado und Alma Gröning.
Diese Veranstaltung setzt ein Zeichen für ein inklusives Gedenken, das verschiedene Opfergruppen einbezieht und auf die historischen Besonderheiten der Stadt Leipzig eingeht.
Zentrale Gedenkveranstaltung am Mahnmal „Massakers Abtnaundorf“
Anschließend folgt um 18 Uhr am Denkmal „Massakers Abtnaundorf“ die zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Leipzig. Nach der Ansprache von Oberbürgermeister Burkhard Jung sprechen Jodi Breisler, US-Generalkonsulin in Leipzig, sowie Annkathrin Richter von der Initiative Riebeckstraße 63.
Die musikalische Umrahmung übernimmt der Chor des Brockhaus-Gymnasiums. Die Veranstaltung bietet damit einen würdigen Rahmen, um der Opfer in angemessener Atmosphäre zu gedenken.
Für die Fahrt zur zentralen Gedenkveranstaltung stellt die Stadt Leipzig kostenfreie Busse bereit, die um 17:30 Uhr am Busparkplatz Goethestraße (Höhe Schwanenteich) starten. Nach Abschluss endet die Rückfahrt am Neuen Rathaus.
Ausstellung „Verleugnet. 1933-1945 – heute.“ am Neuen Rathaus
Oberbürgermeister Burkhard Jung eröffnet um 19:30 Uhr im Neuen Rathaus die Ausstellung „Verleugnet. 1933-1945 – heute.“. Sie lenkt den Blick auf Menschen, denen nach dem Ende des Nationalsozialismus eine Entschädigung verweigert wurde und deren Leiden lange Zeit gesellschaftlich übergangen wurden. Erst 2020 entschied der Deutsche Bundestag, dass niemand zu Recht in einem Konzentrationslager inhaftiert war – auch sogenannte „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ wurden als Opfer anerkannt.
Die Ausstellung, entstanden im Auftrag der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, zählt zu den bedeutendsten erinnerungspolitischen Projekten der letzten Jahre in Deutschland.
Öffnungszeiten der Ausstellung
Der Zugang ist während der regulären Öffnungszeiten des Neuen Rathauses möglich. Die Ausstellung läuft bis zum 30. März.
Wichtige Hinweise für Besucher
Die Veranstaltungen stehen allen offen und richten sich ausdrücklich auch an Medienvertreter. Die Stadt Leipzig lädt zur aktiven Teilnahme am Gedenken und an den Veranstaltungen rund um den Holocaustgedenktag ein.
Die kostenfreie Busverbindung erleichtert allen Interessierten die Teilnahme an den Gedenkorten.
Mit diesen vielfältigen Angeboten setzt Leipzig ein wichtiges Zeichen für Erinnerung und gesellschaftliches Bewusstsein – und lädt gleichzeitig dazu ein, sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
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