Leipzig geht entschlossen gegen häusliche Gewalt vor
Mit neuer Interventionsstelle werden Betroffene ab Februar besser geschützt

Leipzig geht voran: Neue Unterstützung gegen häusliche Gewalt und Stalking
Ab dem 1. Februar setzt Leipzig mit der ersten kommunalen Interventions- und Koordinierungsstelle in Sachsen ein starkes Zeichen gegen häusliche Gewalt und Stalking. Diese Einrichtung, die im Gesundheitsamt angesiedelt ist, bietet betroffenen Personen psychosoziale Unterstützung und individuelle Schutzmöglichkeiten.
Unterstützung und Zielsetzung
Der Freistaat Sachsen finanziert dieses Projekt, das von Dr. Martina Münch, der Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und Vielfalt der Stadt Leipzig, als "wichtiger Schritt" bezeichnet wird. "Unser Ziel ist es, Menschen, die von häuslicher Gewalt oder Stalking betroffen sind, die erforderliche Unterstützung zu bieten", so Dr. Münch.
Mit der neuen Einrichtung verpflichtet sich Leipzig zur Umsetzung der Istanbul-Konvention des Europarats, die seit 2014 als Instrument gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gilt.
Kooperation mit der Polizei
Die neue Stelle wird Personen betreuen, die über die Polizei vermittelt werden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 23. Januar zwischen Sozialbürgermeisterin Dr. Martina Münch und Polizeipräsident René Demmler unterzeichnet. Ziel ist es, schneller und abgestimmt auf Gewaltvorfälle zu reagieren.
"Die enge Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Stadtverwaltung hat sich als effektiv erwiesen", meint René Demmler, "und mit der neuen Stelle schaffen wir zusätzliche Kapazitäten."
Ein Schritt nach vorne in einem bedrohlichen Umfeld
Leipzigs Netzwerk für Opferschutz, inklusive der Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (KIS) des Frauen für Frauen e.V., existiert bereits seit 2002/2003. Trotz intensiver Bemühungen reicht es jedoch nicht aus, um der steigenden Anzahl an Fällen gerecht zu werden.
Laut dem Lagebild 2023 des Landeskriminalamts Sachsen stieg die Zahl der Opfer von häuslicher Gewalt in Leipzig von 1.520 im Jahr 2019 auf 2.028 im Jahr 2023 – ein Anstieg von 33 Prozent. Die neue Interventions- und Koordinierungsstelle reagiert auf diese alarmierenden Zahlen mit einem erweiterten Beratungsangebot.
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