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Leipzigs Initiative für Obdachlose: Wärme und Gemeinschaft seit den 80ern

Täglich 519 Menschen in Notunterkünften – Stadt und Michaelisgemeinde setzen auf Unterstützung und neue Angebote

Von Redaktion Leipzig

Die soziale Initiative „Quelle“ der Michaelisgemeinde in Leipzig setzt seit den späten 1980er Jahren ein Zeichen für Menschlichkeit und Zusammenhalt. Als älteste Anlaufstelle für obdachlose Menschen, gegründet nach der DDR-„Generalamnestie“, steht sie für beständige Unterstützung und Wärme in einer oft rauen Lebensrealität. Nikolaus, der Leiter des Projekts, und sein Team prägen eine Atmosphäre, in der Herzlichkeit und Mitmenschlichkeit im Mittelpunkt stehen – Werte, die viele an diesem Ort nicht erwarten würden.

Persönliche Verbindungen und gesellschaftliche Bedeutung

Die Beständigkeit der Einrichtung zeigt sich in den lebenslangen Bindungen, die hier entstehen. Ein Gast aus den Anfängen der „Quelle“ besucht die Treffen nach wie vor regelmäßig. Auch Bürgermeister Burkhard Jung blickt auf eine langjährige Verbindung zurück – der Treffpunkt war für ihn über Jahrzehnte ein fester Anker, auch nachdem er Leipzig zeitweise verlassen hatte.

Obdachlosigkeit: Zahlen steigen deutlich an

Obdachlosigkeit gehört inzwischen zum Alltag im Leipziger Stadtbild. Besonders dienstags und donnerstags nehmen zwischen 25 und 35 Gäste an den Angeboten teil – eine spürbare Steigerung im Vergleich zu früheren Jahren. Laut Sozialamt mussten im Jahr 2024 durchschnittlich täglich 519 Menschen notuntergebracht werden. Noch einige Jahre zuvor lag diese Zahl bei lediglich 136.

Ganzheitliche Unterstützung im Teekeller

Die Arbeit der „Quelle“ geht über materielle Hilfe hinaus. „Wir bieten Versorgungsarbeit für Geist und Seele“, betont Richter. Neben warmen Mahlzeiten gehören auch Spieleabende, Ausflüge und der gegenseitige Austausch zum Angebot. Diese Gemeinschaftserlebnisse stehen auf Augenhöhe mit einer Tasse Kaffee oder einem Teller Suppe und geben den Besucherinnen und Besuchern Halt im Alltag.

Städtische Maßnahmen und neue Kapazitäten

Die Stadt Leipzig unterstützt die Unterbringung obdachloser Menschen mit rund zehn Millionen Euro jährlich. Noch in diesem Jahr öffnet ein neues Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen in der Georg-Schumann-Straße. Im kommenden Jahr werden weitere 86 Plätze für Obdachlose in der Kurt-Schumacher-Straße bereitgestellt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, dem wachsenden Bedarf mit konkreten Angeboten zu begegnen.

Weitere Informationen und Podcast-Angebot

Interessierte können sich im aktuellen Podcast über die Hintergründe, Herausforderungen und die Bedeutung sozialer Arbeit in Leipzig informieren. Der Podcast ist auf verschiedenen Plattformen abrufbar:

  • Offizielle Webseitehttps://www.de/obm-

  • Spotifyhttps://open.spotify.com/show/18eyuVdB9WxChNjpU5SiP9

  • Apple Podcastshttps://podcasts.apple.com/us/leipzig-leute-der-podcast-mit-dem-oberbürgermeister/id1813094117

    Kontakt zum Veranstalter

    Die anhaltende Entwicklung zeigt, wie wichtig beständige soziale Angebote und nachhaltige Unterstützung für wohnungslose Menschen in Leipzig sind. Die Initiativen der Stadt und engagierter Akteure wie der Michaelisgemeinde bilden hierfür eine zentrale Säule – und machen Mut für die Zukunft.

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