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Leipzigs Stolpersteine erzählen Geschichte

Jugendliche und Nachfahren erforschen NS-Schicksale im neuen Podcast mit Oberbürgermeister Jung

Von Redaktion Leipzig

Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bleibt ein zentrales Anliegen der Stadt Leipzig. In der aktuellen Folge des Podcasts „Leipzig und Leute“ spricht Oberbürgermeister Burkhard Jung mit Achim Beier vom Archiv Bürgerbewegung über das Stolpersteine-Projekt und die Bedeutung einer aktiven Erinnerungskultur.

Familienschicksale hinter den Stolpersteinen

Beispielhaft steht die Geschichte der Familie Katzenellenbogen aus der Waldstraße 86 für die Tragödien, die sich hinter den unscheinbaren Messingtafeln im Gehweg verbergen. Während die Eltern der Familie nach Palästina auswanderten, kam Salomon Katzenellenbogen als Kommunist in einem sowjetischen Gefängnis ums Leben. Sein Bruder Max kämpfte zunächst gegen das Franco-Regime in Spanien, wurde verletzt und 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Diese und viele weitere Schicksale werden durch die Stolpersteine in Leipzig sichtbar gemacht. Insgesamt erinnern aktuell 847 Stolpersteine an knapp 300 Adressen an das Leben und das Leiden jüdischer Familien während der NS-Zeit.

Das Projekt Stolpersteine in Leipzig

Das Archiv Bürgerbewegung engagiert sich seit 2006 für die Erforschung jüdischer Biografien in Leipzig. Achim Beier, der maßgeblich an der Umsetzung des Stolpersteine-Projekts beteiligt ist, verfolgt dabei einen besonderen Ansatz:

  • Nachfahren der Opfer werden mit Jugendlichen aus Leipzig zusammengebracht.
  • Schülerinnen und Schüler recherchieren aktiv und nehmen Kontakt zu Nachkommen auf.
  • Die persönliche Auseinandersetzung ersetzt das reine Lernen aus Büchern oder Dokumenten.
  • Eine Besonderheit in Leipzig: Polizeiakten aus der Zeit des Nationalsozialismus sind erhalten geblieben. Sie ermöglichen es, die Schicksale vieler jüdischer Familien zu rekonstruieren – wenn auch oft verschleiert durch die Sprache der Bürokratie.

    Wie Achim Beier erklärt, steht in den Akten häufig „abgewandert“, wo tatsächlich Deportation gemeint ist. Solche Verschleierungen müssen erst einmal entschlüsselt werden, um die Schicksale angemessen würdigen zu können.

    Podcast mit Achim Beier und OBM Jung

    Über die Bedeutung der Stolpersteine, die Arbeit des Archivs und die Herausforderungen der Erinnerung spricht Achim Beier mit Oberbürgermeister Jung in der soeben veröffentlichten Podcast-Folge. Die Episode ist ab sofort über verschiedene Plattformen abrufbar.

    • title="Leipzig und Leute – Podcast auf leipzig.de"

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    • title="Podcast bei Spotify"

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      Weitere Informationen und Kontakt

      Fragen zum Podcast oder zum Stolpersteine-Projekt können an das Referat Kommunikation der Stadt Leipzig gerichtet werden:

      title="Stadt Leipzig, Oberbürgermeister"

      subtitle="Referat Kommunikation"

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      Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Stolpersteine sind ein sichtbares Zeichen im Stadtbild und mahnen zu Wachsamkeit, Dialog und aktiver Auseinandersetzung mit der Geschichte.

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